Warum wir überhaupt still werden
Früher dachte ich, Meditation bedeutet vor allem: ruhig sitzen, an nichts denken und irgendwie „entspannt“ werden.
Heute erlebe ich Meditation anders.
Eher wie ein Wiederankommen.
In einer Welt voller Reize, Meinungen, Geschwindigkeit und Dauerbeschallung hilft sie mir, wieder zu unterscheiden:
Was gehört wirklich zu mir?
Und was nicht?
Denn wir stehen ständig in Kontakt mit anderen Menschen.
Mit ihren Emotionen, Erwartungen, Stimmungen und Geschichten.
Manchmal merken wir gar nicht mehr, wie sehr unser Nervensystem darauf reagiert.
Meditation schafft einen kleinen Zwischenraum.
Einen Moment, in dem nicht sofort reagiert werden muss.
Einen Moment, in dem wieder Wahrnehmung entsteht.
Und genau dort beginnt für mich Selbstführung.
Nicht darin, immer alles im Griff zu haben.
Sondern darin, bewusster wahrzunehmen, was gerade eigentlich passiert.
Mit der Zeit verändert sich dadurch etwas.
Man wird weicher.
Und gleichzeitig klarer.
Man beginnt, sich selbst ernster zu nehmen.
Den eigenen Rhythmus.
Die eigenen Bedürfnisse.
Die eigene Wahrheit.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum Meditation für mich heute weniger wie „Selbstoptimierung“ und mehr wie Menschlichkeit wirkt.
Eine Rückverbindung.
Zum Körper.
Zum Atem.
Zum Leben.
Und manchmal reicht dafür schon:
ein Spaziergang,
ein Lied,
ein tiefer Atemzug
oder ein stiller Morgen mit Matcha und Regen am Fenster.
Vielleicht beginnt Meditation genau dort.