Paint. Pause. Repeat. 🎨

Grüße von der Baustelle

Und, wie wäre es genau jetzt — in diesem Moment — mit einem kleinen Nickerchen?

Einfach kurz hinlegen.
Die Augen schließen.
Für einen Moment nichts tun.

Kein Input.
Kein Output.

2025 war für viele Menschen ein intensives Jahr.
Voller Wandel, Abschiede und innerer Verschiebungen.

Und jetzt, mit den letzten Atemzügen dieses Jahres, habe ich das Gefühl:

Viele von uns möchten sich eigentlich einfach nur hinlegen.
Ausruhen.
Verlangsamen.
Warten, bis etwas Inneres sich neu sortiert hat.

So wie die Natur es seit jeher tut.

Und ja — wir sind Natur.
Wir vergessen es nur immer wieder.

Heute schreibe ich dir, weil ich gerade etwas loslasse.

Oder vielleicht genauer: weil ich aufgehört habe, gegen einen Übergang anzukämpfen.

Denn ich tue gerade etwas, das sich für mich überraschend revolutionär anfühlt:

Ich lebe auf einer Baustelle.
Änderungsdatum unbekannt.

Anfang Dezember spürte ich plötzlich, dass mein Zimmer einen neuen Anstrich braucht. Der alte mintgrüne Ton wollte gehen. Mein Körper wollte Himmelblau.

Also begann ich zu streichen. Ein paar Tage vor Weihnachten.

Mein altes Ich hatte natürlich sofort einen Plan: Bis Weihnachten sollte alles fertig sein.

Doch dann verließ mich die Kraft. Und Weihnachten stand vor der Tür.

Früher hätte ich dagegen angekämpft. Diesmal nicht.

Ich schmiss die Deadline aus dem Fenster.
Und meinen Perfektionismus gleich hinterher.
Auch die Vorstellung, jetzt noch irgendwelche „magischen“ Rauhnachtsrituale erfüllen zu müssen, durfte gehen.

Mein Körper atmete sichtbar auf.

Dieses Jahr war intensiv.
Als mir vor Kurzem bewusst wurde, was ich alles aufgebaut, verändert und getragen habe, musste ich plötzlich lachen.
Nicht aus Überforderung. Sondern aus ehrlichem Staunen.

Kurz darauf zeigte mir mein Körper etwas anderes: Meine Eisenspeicher waren leer.
Kein Wunder also, dass Müdigkeit und Langsamkeit plötzlich eingezogen sind.

Und so begann etwas Neues.

Ich hörte auf, meinen Körper ständig korrigieren zu wollen.

Es gibt jetzt Salamibrote.
Leberkässemmeln.
Gummibärchen auf der Couch.

Mein altes Ich hätte das wahrscheinlich „unvernünftig“ genannt.

Mein heutiges Ich fühlt sich eher wie ein kleines Kind, dessen Bedürfnisse endlich ernst genommen werden.

Dieses Kind arbeitet gerade:
im Bett,
auf der Couch,
beim Spazierengehen,
zwischen Farbrollen, Decken und offenen Übergängen.

Und trotzdem entstehen plötzlich Ideen.
Texte.
Räume.
Verbindungen.

Nicht trotz der Baustelle.
Vielleicht sogar wegen ihr.

Wenn ich also inzwischen etwas gut kenne, dann Schwellenzeiten.

Diese seltsamen Räume zwischen alt und neu.
Zwischen Erschöpfung und Aufbruch.
Zwischen Chaos und innerer Klarheit.

Mit zwei Handys in der Tasche,
zwischen alter Windows-Enge und neuer Apple-Leichtigkeit.

Es gibt noch einiges zu tun.
Schritt für Schritt.

Doch innerlich bin ich längst angekommen.

Ich kuschle mit meinem Einhorn, esse Gummibärchen und streiche Wände himmelblau.

Zwischendurch begleite ich weiterhin Menschen durch ihre eigenen Übergänge — sanft, verkörpert und in ihrem eigenen Rhythmus.

Vielleicht ruft dich etwas davon.

Dann findest du hier meine aktuellen Räume und Termine.

Bis dahin:

Liebe Grüße von der Baustelle

und einen weichen Übergang ins neue Jahr.

Deine
Jeannette

PS: Mein inneres Kind möchte dir am liebsten sofort alles zeigen, woran gerade entsteht.
Doch mein Körper erinnert mich daran: Nicht alles muss gleichzeitig passieren.
Manche Dinge wachsen besser in ihrem eigenen Rhythmus.

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Raum und Rhythmus

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Sehnsucht. Einheit. Frieden.