Der Bergpfad
Peter und die Kunst des direkten Weges
Ich habe vorgeschlagen, auf einen Berg zu gehen und auf einer Hütte zu übernachten.
Die Reaktion kam sofort: „Ich hasse Matratzenlager."
Das war nicht das erste Mal.
In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass manche Menschen einem Abenteuer nicht mit offenen Armen begegnen. Sie begegnen ihm mit Fragen. Mit Widerstand. Mit einer erstaunlichen Anzahl von Argumenten dagegen.
Früher dachte ich, das sei Ablehnung. Heute glaube ich etwas anderes.
Ich glaube, manche Menschen gehen direkt auf den Berg zu. Sie möchten den Weg sehen. Die Höhenmeter kennen. Die Wettervorhersage prüfen. Sie stellen Fragen, nicht weil sie nicht mitkommen möchten. Sondern weil sie bereits unterwegs sind. Nur auf ihre Art.
Was von außen wie Widerstand aussieht, ist manchmal Orientierung. Was wie Skepsis aussieht, ist manchmal Fürsorge. Was wie ein Nein klingt, ist manchmal der Beginn eines Ja.
Ich habe beobachtet, dass Peter jedem Abenteuer zunächst begegnet wie einem Berg. Direkt. Geradlinig. Mit beiden Füßen auf dem Boden.
Zuerst kommt der Widerstand. Dann die Fragen. Dann die Recherche. Dann die Planung.
Und irgendwann steht er mit einem Bergführer in der Hand vor mir und zeigt mir begeistert eine Route, die ich nie gefunden hätte!
Heute weiß ich: Der Bergpfad sieht anders aus als mein Weg. Aber er führt oft zum selben Gipfel.