Die richtige Mischung

Kennst du auch diese Momente, in denen einfach alles läuft?

Mir ging es heute Morgen so.

Nach Tagen des Loslassens und Nächten voller merkwürdiger Träume wachte ich sehr früh auf — und überraschend frisch. Ich konnte mich an nichts erinnern. Und das war auch nicht wichtig.

Im Bett fielen mir noch ein paar Dinge für meine Website ein. Programme und Räume, die ich vor Monaten kreiert und fast vergessen hatte einzubauen.

Kurz darauf saß ich am Laptop. Die Sonne ging gerade auf. Ich schrieb die Texte dafür, finalisierte die Struktur.

Irgendwann duschte ich, küsste meinen verschlafenen Liebsten und ging ins Studio, um zu unterrichten.

Die Stunde lief wunderbar. Die richtige Mischung aus Aktivierung und Wahrnehmung — das merkte ich an den lächelnden Gesichtern danach.

Danach setzte ich mich mit meinem Kaffee nach draußen. Es nieselte leicht, aber das war mir egal.

Dann zum Markt. Lebensmittel. Pfingstrosen. Und auf dem Heimweg durch den inzwischen strömenden Regen musste ich plötzlich lachen.

Weil es so ein schöner Morgen gewesen war. So fließend. Und gleichzeitig produktiv.

Ich hatte mit dem Brotverkäufer geflirtet. Von der Gemüsefrau ein Kompliment bekommen. Und gemerkt: meine Ausstrahlung ist anders. Weicher. Offener. Lebendiger.

Ich glaube, das liegt daran, dass ich mich inzwischen wirklich wohlfühle — in dieser Mischung aus Schreibtisch, eigenem Universum, Bewegung, Beziehung, Kreativität und ganz normalem Alltag.

Jetzt sitze ich wieder am Schreibtisch. Draußen regnet es. Und ich schreibe diese Zeilen.

Falls du dich gefragt hast, was ich eigentlich tue: Ich unterstütze Menschen dabei, Bedingungen zu schaffen, unter denen sie ihr Leben wieder selbstbestimmt führen können.

Und das braucht vor allem eines: Kapazität.

Was bedeutet das?

Sich auf sich selbst verlassen zu können. Zu wissen, wann man „on" ist — und wann nicht. Sich nicht von jeder emotionalen Wetterlage aus dem eigenen Rhythmus bringen zu lassen. Die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und sie zu kommunizieren, auch wenn dadurch Reibung entsteht. Sich an sich selbst zu orientieren und von dort aus in Verbindung zu gehen.

Und flexibel zwischen Zuständen wechseln zu können: Ruhe. Fokus. Aktivierung. Genuss. Tiefe. Humor. Alltag.

Früher habe ich immer nach dem einen Ding gesucht. Die perfekte Routine. Das Allheilmittel.

Heute glaube ich: Etwas nachhaltig Gutes entsteht fast nie aus nur einer Sache. Sondern aus einer Mischung, die sich mit dem Leben mitbewegt.

So wie bei meinem Make-up. Jahrelang habe ich nach dem perfekten Farbton gesucht — bis ich verstanden habe, dass das unmöglich ist, weil sich mein Hautton ständig verändert. Jetzt mische ich einfach zwei Töne und passe sie je nach Jahreszeit und Sonne an.

Mit Strumpfhosen mache ich inzwischen etwas Ähnliches: zwei übereinander, die richtige Mischung aus Wärme und Farbe.

Jetzt ist die Suche vorbei. Was für eine Erleichterung.

Oft merken wir erst hinterher, wie viel Energie es kostet, ständig nach der perfekten Lösung zu suchen. Manchmal wissen wir gar nicht mehr, wonach wir eigentlich suchen.

Und genau deshalb gibt es jetzt den Spiegel — einen Raum, der nicht bewertet, sondern zeigt, wo du gerade bist.

Alles Liebe,
Jeannette

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