Die Zukunft ist frei
Liebe Crew,
früher dachte ich, Selbstermächtigung bedeutet, meine Vergangenheit neu zu erzählen. Meine Geschichte selbst zu schreiben.
Heute glaube ich, das ist erst der Anfang. Selbstermächtigung bedeutet auch, die Erzählung über die eigene Zukunft zurückzuholen.
Vor vielen Jahren sagte jemand zu mir: „Du bist die Liebe meines Lebens." „Wir werden einmal viele Kinder haben."
Es waren wunderschöne Sätze. Und ich glaubte ihnen. Nicht, weil ich naiv war, sondern weil ich lieben konnte.
Dann zog er sich zurück. Er sagte nie, dass Schluss sei. Er sagte nur genug, damit die Hoffnung weiterlebte. Zwei Jahre lang.
Irgendwann zog ich innerlich die Reißleine. Nicht, weil ich endlich verstand, was passiert war. Sondern weil ich verstand, dass ich mein Leben nicht länger an einer Zukunft ausrichten wollte, die nur aus Worten bestand.
Heute ist es mir egal, warum er gegangen ist. Was geblieben ist, ist etwas viel Wertvolleres: Ich glaube keinen leeren Versprechen mehr. Ich schaue auf Taten.
Das klingt vielleicht nüchtern. Für mich fühlt es sich unglaublich romantisch an. Denn Taten sind verkörperte Liebe.
Ein Mensch, der fragt, wie es mir wirklich geht. Ein Mensch, der mich liebevoll mit gesundem und leckerem Essen bekocht, damit es mir gut geht. Ein Mensch, der den Balkon bepflanzt. Der sich über meine Begeisterung freut. Der mich zum Flughafen bringt, wenn ich eine lange Reise antrete. Und mich empfängt, wenn ich wieder zurückkehre.
Nicht große Worte. Kleine Gesten. Immer wieder.
Früher dachte ich, Hoffnung bedeutet, an Versprechen festzuhalten. Heute glaube ich: Hoffnung entsteht dort, wo Träume und Taten sich begegnen.
Ich liebe es zu träumen. Von Räumen. Von einer menschlicheren Welt. Von einem Spaceship. Von einer Crew. Aber ich möchte meine Träume nicht mehr mit Erwartungen verwechseln.
Nicht jede Vision möchte sofort Wirklichkeit werden. Nicht jede Möglichkeit ist ein Versprechen.
Vielleicht ist genau das Freiheit. Ich darf groß träumen. Und trotzdem im Heute leben. Ich darf Möglichkeiten lieben, ohne sie festhalten zu müssen. Ich darf eine Zukunft erträumen, ohne sie von einem anderen Menschen abhängig zu machen.
Selbstermächtigung bedeutet für mich heute nicht nur, die Geschichte meiner Vergangenheit selbst zu schreiben. Sondern auch die Geschichte meiner Möglichkeiten. Jeden Tag ein kleines Stück selbst daran zu schreiben.
Mit einem Gespräch. Mit einem Tanz. Mit einem Love Letter. Mit einem Schritt. Mit einem Traum.
Vielleicht gehört die Zukunft niemandem. Vielleicht ist sie ein Raum, den wir gemeinsam neugierig betreten.
Mit Liebe und dem Vertrauen, dass die schönsten Zukunftsgeschichten noch gemeinsam entstehen werden,
Jeannette