Etwas möchte gesagt werden
Vielleicht fragst du dich manchmal, warum meine Love Letters mal auf Deutsch und mal auf Englisch erscheinen.
Ich habe mich das auch gefragt. Und die ehrlichste Antwort ist: Ich weiß es nicht ganz genau.
Ich weiß nur, dass manche Dinge einen bestimmten Klang brauchen. Manche Gedanken landen auf Deutsch weicher. Andere öffnen sich erst auf Englisch. Und manchmal taucht plötzlich ein Satz auf Französisch auf, ohne anzuklopfen.
Als ich vor einiger Zeit alte Texte von mir gelesen habe, fand ich ein Gedicht auf Französisch zwischen all den anderen. Unerwartet. Und gleichzeitig völlig stimmig.
Ich bin in mehreren Sprachen zuhause. Nicht immer fließend. Aber emotional.
Nicht alles möchte durch denselben Kanal geboren werden. Manche Dinge entstehen eher wie Musik. Oder wie ein Gefühl, das plötzlich eine Form findet.
Sprache erschafft Wirklichkeit. Und bestimmte Worte öffnen bestimmte Räume.
Saudade — eine Sehnsucht, die gerichtet ist. Nach jemandem. Nach einem Ort.
If that resonates with you — wenn etwas in dir antwortet.
Körperintelligenz — die Intelligenz des Körpers, die schon da ist.
Beingness — erst sein, dann tun.
Trial & Sensing — ausprobieren und spüren, ob etwas wirklich trägt.
Innere Weite — das Gefühl, dass da noch mehr ist.
Traumraum — der Ort, an dem die Sehnsucht Platz findet.
Nachklang — ein Innehalten, das den nächsten Schritt in sich trägt.
Das ist das Schöne an Sprache: Man kann mit ihr spielen. Sie öffnet Perspektiven. Und sie verändert sich.
Gerade entsteht in mir viel Neues — wie kleine Inseln, die langsam beginnen, sich miteinander zu verbinden. Manchmal durch Bücher. Manchmal durch Gespräche. Manchmal durch einen Satz, den jemand nebenbei sagt. Oder durch einen Spaziergang in der Abendsonne.
Mein Wirken entsteht nicht im luftleeren Raum. Es entsteht in Beziehung. Zu Begegnungen. Zu Kunst. Zu Natur. Zu Reibung. Zu all dem, was etwas in mir bewegt.
Und dann passiert etwas: Mein System beginnt zu integrieren. Nicht alles bleibt. Aber manches landet wirklich.
Für mich ist das Kreativität. Nicht nur etwas Neues erschaffen — sondern etwas Echtes entstehen lassen, das durch einen selbst hindurchgewandert ist.
Ich glaube, deshalb fühlen sich manche Übergänge so chaotisch an. Weil wir oft noch versuchen, etwas einzuordnen, während innerlich längst etwas Organisches entsteht — etwas mit seinem eigenen Rhythmus.
Vielleicht erlauben wir uns, diesem Rhythmus ein wenig mehr zu vertrauen. Auch dann, wenn noch nicht alles Sinn ergibt. Wenn wir noch zwischen den Sprachen stehen. Zwischen alten und neuen Versionen von uns. Zwischen Denken und Spüren.
Denn genau dort entsteht schon das Neue.
Mit Liebe und Worten, die noch keinen Namen haben,
Jeannette