Grüße von der Mucacabana

Diese ersten warmen Sonnenstrahlen auf der Haut. Hast du sie auch vermisst?

Am Fluss wird es plötzlich wieder lebendig. Menschen sitzen im Gras. Musik liegt in der Luft. Jemand lacht. Fahrräder rauschen vorbei.

Mein Liebster und ich nennen den Isarstrand aus Spaß die Mucacabana — MUC trifft Copacabana. Weil dort auf einmal wieder so viel Bewegung ist. So viel Leben.

Es erinnert mich an Brasilien. An die Zeit, in der ich begonnen habe, meiner inneren Weite zu folgen — ohne genau zu wissen, wohin.

Innere Weite ist für mich dieses Gefühl, dass da noch mehr Leben auf einen wartet. Nicht als klarer Plan. Eher wie ein inneres Ziehen.

Mit den ersten warmen Tagen melden sich übrigens auch alte Stimmen. In Brasilien habe ich beim Reisen und Tanzen Gewicht verloren. Im Winter kam einiges davon zurück.

Früher hätte mich das unter Druck gesetzt. Heute sehe ich etwas anderes.

Mein Körper hat gearbeitet. Getragen. Verdaut. Gefühlt. Ein Fundament gebaut. Und er wollte dafür keine halben Sachen. Also habe ich ihm Substanz gegeben. Mehr Ruhe. Mehr Essen. Mehr Wärme. Mehr Langsamkeit.

Heute arbeite ich nicht mehr gegen meinen Körper. Ich vertraue ihm. Denn er führt mich durch diesen Wandel.

Mein Verstand orientiert sich oft an der Vergangenheit. Mein Körper spürt die Richtung. Er übersetzt sie in kleine Schritte. Ein leises: Und jetzt das.

Manchmal bedeutet das Bewegung. Manchmal Pause. Manchmal Sonne auf der Haut.

Und oft sind die ruhigsten Schritte die mutigsten. Zum Beispiel anzuerkennen, was gerade wirklich da ist — ohne sofort jemand anderes werden zu wollen.

Genau dafür entstehen meine Räume — als Orte, in denen wieder mehr Verbindung entsteht. Zum Körper. Zum eigenen Rhythmus. Zum Leben.

Vielleicht ruft dich etwas davon. Dann beginne einfach dort, wo du gerade bist.

Mit Liebe und Sonnenstrahlen auf der Haut,
Jeannette

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