Beim Vulkan
Liebe Mitreisenden,
es gibt diese Menschen, die einen ein langes Stück des Weges begleiten, ohne dass man sie je im wirklichen Leben getroffen hat. Und erst im Nachhinein wird klar, was daraus eigentlich alles entstanden ist.
So ein Mensch ist Kristina Sacken für mich.
Ich höre ihren Podcast Mit Herz und Verstand, den sie zusammen mit Susanne Brückner seit 2020 aufnimmt, schon seit mehreren Jahren. Und immer wieder hinterlässt er dieses Gefühl: Ah, ich bin nicht alleine damit. Es ist wie aufgefangen und ans große Ganze erinnert zu werden — bei gleichzeitiger voller Selbstverantwortung.
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Nach einer Weile buchte ich auch eine Session mit Kristina. Eine Einzige, die die Weichen stellte.
Ich weiß noch, wie sie mir sagte: „Ich sehe deine Ahnen. Sie versuchen mit dir in Kontakt zu kommen."
Mein Herz verstand das sofort. Mein Kopf nicht. Aber ich spürte, dass da etwas war, dem ich folgen musste.
Kristina riet mir, mich mit meinen Ahnen zu beschäftigen und Menschen aus Südamerika dabei zur Hilfe zu ziehen. Also begann ich zu suchen. Beschäftigte mich mit Ahnenforschung. Mit meinen indigenen Wurzeln aus Chile. Mit den Mapuche.
Und dann fand ich etwas Erstaunliches: die Symbole, die ich 2014 intuitiv gemalt hatte — als Erinnerung, mich zu erden und zu himmeln — stimmten mit den Symbolen der Mapuche überein.
Ich tauchte tiefer. In die Symbole. In die Ahnen. In den Kontakt zur Natur. In meinen Körper. In meinen Ausdruck.
Ich druckte mir alle Symbole aus und bastelte ein Mini Kartenset. Diese Karten begleiteten mich durch Zyklen. Dann spürte ich den Drang, noch tiefer einzutauchen — und kreierte die erste Version von The Circle of the Cosmos.
Da ich adoptiert worden war und meine leiblichen Eltern nicht kannte, war das der einzige Weg, in Kontakt zu kommen: über Bilder, über Dankbarkeit, über kleine Zeichen. Eine Sprache, die sich für mich so real anfühlte — und von außen vielleicht ein bisschen merkwürdig wirkte.
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Ich lernte auch die Kraft des Despacho-Rituals kennen: ein Päckchen aus Blumen, Samen und Naturmaterialien, das man den Elementen als Dank zurückgibt.
Ich wollte meins einem Freund in Chile schicken. Doch Chile hat strenge Einfuhrbeschränkungen und erlaubt keine Samen.
Als ich das meinem Liebsten erzählte, sagte er sofort: „Na dann müssen wir wohl nach Chile reisen, um dein Päckchen zu versenken."
Ich übergab das ursprüngliche Päckchen der Isar. Flüsterte ihm den Weg über die Flüsse und Meere nach Chile zu. Und sagte, dass ich nachkommen würde.
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Die Reise fand zwei Jahre später statt.
Wir wollten zu Anita Epulef, einer lokal bekannten Mapuche-Köchin — einen Kochkurs machen, im patagonischen Hinterland an der Grenze zu Argentinien. Ich fragte sie auch, ob sie eine Machi kannte. Eine Mapuche-Heilerin. Sie gab mir einen Kontakt und organisierte das Treffen.
Es war ein Mann namens Vladimir. Er kannte mich nicht. Doch nach zehn Minuten hatte er erkannt und bestätigt, wofür ich mein ganzes Leben gebraucht hatte.
Er sagte, meine Ahnen sagten, ich sollte eine Zeit lang in Südamerika bleiben — bei indigenen Zeremonien, wo ich gehalten und im Kreis getragen werde.
Es war erstaunlich. Und es war dieselbe Botschaft, deren Ruf ich kurz vorher intuitiv empfangen hatte.
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Später landeten wir im kleinen Süden Chiles. Dort, wo ich herkomme.
Sammelten alle Zutaten für das Despacho. Mein Liebster und ich machten das Ritual. Jeder mit seinem eigenen Päckchen. Übergaben dem Llanquihue-See am Fuße des Osorno Vulkans unsere Dankbarkeitspäckchen.
Es war wunderschön.
Seitdem habe ich wirklich das Gefühl, meine Wurzeln integriert zu haben. Dass sie für mich da sind. Und nicht gegen mich.
Früher hatte ich immer das Gefühl, aus dem Nichts zu kommen. Jetzt weiß nicht nur ich, woher ich komme. Sondern auch mein Liebster.
Und das ist Gold wert.
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All dies entstand aus der Session mit Kristina.
Der Podcast begleitet mich immer noch. Und egal wo ich gerade bin, er fängt mich immer wieder auf — und gibt mir ein Gefühl von Zuhausesein.
Mit Liebe und dem Gefühl, angekommen zu sein,
Jeannette