Wie alles begann
Liebe Crew,
vor einigen Jahren las ich ein Buch über Future Thinking. Es war klug. Gründlich. Voller Ideen. Und ich kämpfte mich Seite für Seite hindurch. Denn ich wollte es wirklich verstehen.
Jane McGonigal stellte mir eine wunderbare Frage: Wie können Menschen die Zukunft wieder vorstellbar machen?
Ich glaube bis heute, dass diese Frage unglaublich wichtig ist. Gerade in einer Welt, in der wir täglich mit Krisen und Dystopien konfrontiert werden. Wir brauchen Bilder einer Zukunft, auf die wir uns freuen können.
Das Buch lud dazu ein, sich die Zukunft vorzustellen. Ich setzte mich hin. Ich versuchte es. Und nach einer Weile dachte ich: Ich möchte die Zukunft nicht denken. Ich möchte sie spüren.
Damals wusste ich noch nicht, dass genau in diesem Moment etwas viel Wichtigeres begann als das Lesen eines Buches.
Denn manche Ideen kommen nur vorbei, um eine Tür zu öffnen. Sie sind keine Antworten. Sie sind Fragen.
Also begann ich zu experimentieren. Was passiert, wenn wir den Körper mitnehmen? Wenn Zukunft nicht nur im Kopf entsteht, sondern im Herzen? Wenn wir an einen Ort reisen?
Ich begann Meditationen zu kreieren. Ich probierte sie mit Freundinnen aus. Mit Gruppen. Sogar an Weihnachten mit meinen Eltern. Niemand wusste, dass ich gerade etwas testete. Alle dachten einfach: „Das war eine schöne Meditation."
Ich übrigens auch. Erst Jahre später wurde mir klar: Ich hatte gar keine Meditation entwickelt. Ich hatte eine Frage beantwortet. Nicht Janes Antwort übernommen. Sondern meine eigene gefunden.
Heute nenne ich das Future Sensing. Weil ich glaube, dass wir mit möglichen Zukünften in Beziehung treten können. Mit unserem ganzen Körper. Mit unserer Sehnsucht. Mit dem leisen Gefühl von: „Ja. Dort möchte etwas in mir leben."
Vielleicht war das eine der schönsten Formen von Zusammenarbeit. Wir bauen nicht alle dieselbe Brücke. Aber manchmal reicht ein einziger Stein, den jemand anders hingelegt hat, damit wir erkennen, wo unser eigener Weg weitergeht.
Danke, Jane. Nicht für die Antwort, sondern für die Frage.
Mit Liebe und Dankbarkeit für alle neuen Fragen,
Jeannette